Château-Haut Brion 1er cru classé 2025
Begeisternder Haut-Brion mit immenser Kraft und nobler Eleganz.
Charakter
Die Auslieferung erfolgt im Frühsommer 2028
Der 2025er Château Haut-Brion zeigt sich in diesem Stadium – wie so oft – zurückhaltender und strenger als Château La Mission Haut-Brion. Mit etwas Luft entfaltet er Aromen von dunklen Waldbeeren, begleitet von würzigen Noten, Bleistiftzeder und Lakritz.
Am Gaumen präsentiert er sich mittel- bis vollmundig, dicht und vielschichtig. Im Zentrum steht ein komplexer Fruchtkern, der von strukturierten, zugleich hervorragend eingebundenen Tanninen getragen wird. Die Kraft des Weins wirkt bemerkenswert präzise und kontrolliert. Das lange Finale begeistert mit einer duftigen, fein ätherischen Aromatik.
Aktuell zeigt sich der Wein noch sehr kompakt und verschlossen, verfügt jedoch über eine aussergewöhnliche Tiefe. Die IPT-Werte (Index der Polyphenole bzw. Mass für die Tanninkonzentration) liegen bei über 100 – ein selten erreichter Wert –, wobei die hohe Konzentration stets von grosser Eleganz und Kontrolle begleitet wird. Der Wein wird von einer längeren Flaschenreife deutlich profitieren.
Die jüngsten Anpassungen im Weinbergsmanagement und in der Arbeit mit den Reben spiegeln sich in einer noch ausgewogeneren und frischeren Frucht wider, selbst unter den warmen und trockenen Bedingungen des Jahrgangs 2025. Insgesamt zählt dieser Wein zu den beeindruckendsten Interpretationen von Haut-Brion der letzten Jahre.
RP (98-100)
Geschichte
Das Château Haut-Brion liegt auf einem kiesigen Plateau, quasi noch innerhalb der Stadtmauern von Bordeaux, in der Gemeinde Pessac. Pessac ist das Juwel der Appellation Pessac-Léognan und Haut-Brion ist der einzige Premier Cru ausserhalb des Médocs, der im Jahr 1855 klassifiziert wurde.
Jüngste Forschungen, die vom heutigen Besitzer, Prinz Robert von Luxemburg, initiiert wurden, zeigen, dass die Ursprünge des Weinbaus auf diesem Hügel (damals bekannt als «Haut-Brion») bis ins 1. Jahrhundert der galloromanischen Ära zurückgehen. 1533 kaufte Jean de Pontac, ein Mitglied des Parlaments von Bordeaux, das Grundstück und baute 1550 ein erstes Gebäude. Seine Söhne, Arnaud II. und Arnaud III., machten den Wein schon damals zu einem Luxusprodukt, das raffinierter war als die einfachen, benachbarten Clairets. Der englische Hof nannte ihn darum «New French Claret». Bereits 1660 schrieb einer der Minister Karls II. in seinem Tagebuch: «Ich trank eine Art von französischem Wein namens Ho Bryan, der einen guten und zugleich den eigensten Geschmack hat, den ich je angetroffen habe». Graf Joseph de Fumel erbte das Anwesen von der Familie Pontac und baute das heutige, prächtige Gebäude sowie den Park mit Blick auf die Umgebung des Haut-Brion-Hügels. Später wurde Talleyrand Eigentümer bevor 1935 Clarence Dillon, ein bedeutender amerikanischer Investor, das Gut übernahm.
Château Haut-Brion
Der Weinstil dieses Schlosses unterscheidet sich komplett von denjenigen der anderen Premiers Crus. Das spezielle Terroir mit bis zu handflächengrossen Kieseln und extrem gutem Wasserabzug bietet die Möglichkeit, auch in schwierigen Jahren grosse Weine zu produzieren. Der Unterlagsboden verleiht diesem Wein seine spezielle Würze. Je nach Entwicklung des Weins riecht man Cassis, Brombeeren, Pflaumen und die typischen Haut-Brion-Aromen von Trüffel, Jod, Tabak und Rauch. Um diesen Wein richtig kennen und schätzen zu lernen, ist es sinnvoll, sich sein Urteil nicht beim ersten Kontakt zu bilden. Lagerfähigkeit: 20–25 Jahre.
6003 Luzern
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